Eichmann-Prozess auf Youtube

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat auf ihrem YouTube Kanal das gesamte Filmmaterial zum Eichmann-Prozess hochgeladen. Insgesamt 200 Stunden Verfahren und Zeugenaussagen. Sehr sehenswert.

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Die digitale Intifada

Die Bilder der Revolutionen in Tunesien und Ägypten gingen um die Welt; eine große Rolle haben dabei Twitter und Facebook gespielt, über die sich die Jugend koordinierte. Dem Beispiel Ägyptens folgend, das schon immer ein Inkubator für die arabische Welt war, rauft sich die Jugend in Palästina – also im Westjordanland und in Gaza – digital zusammen, gründet Facebook-Gruppen, twittert, bloggt – um ihren Stimmen endlich Gehör zu verschaffen.

Das ganze lief als Radiostück auf Dradio Wissen. Hier geht’s lang

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Zurück in Jerusalem

Gibt es eigentlich irgendwo schlechter gelaunte oder arrogantere Grenzbeamte als in Israel? Immerhin diesmal nicht für einen Pakistani gehalten worden. Back in Jerusalem. Palästinenser planen Demos nach ägyptischen Vorbild am nächsten Dienstag. Ein Tag Kairo als Verschnaufpause muss erstmal wieder langen.

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Krisenkommunikation

Mal genau hinschauen. Seht ihr die ganzen Tisch, die auf den Balkonen montiert sind? Da stehen die mobilen Satschüsseln drauf, mit denen wir hier kommunizieren, weil Internet und Telefon entweder selten oder nur sehr unzuverlässig funktionieren. Die Satschüsseln stürzen aber auch gerne mal ab; ziemliches Rock’n'Roll-Gerät. Am späten Nachmittag, wenn alle ihre Beiträge überspielen müssen, rennen die Journalisten wie wild durch das Hotel in Benghasi, weil mindestens einer ein Problem mit dem Gerät hat, sein Stück nicht rüber kriegt oder die Live-Schalte zusammengebrochen ist.

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Images from the Front in Ajdabiya

Merkwürdige, wenn nicht faszinierende Stimmung in Ajdabia, 160 Kilometer südlich von Benghasi – Mischung aus Gelassenheit und Einsatzwillen. Die Oppositionellen bereiten ihr Waffenarsenal auf den Kampf mit Gaddafi’s Truppen vor, Pick-Up Trucks auf denen schwere Artilleriegeschütze montiert sind, Massen von Leuten, die Waffen auseinander nehmen, putzen, ölen und ausrichten.

60 Kilometer weiter, in Brega, wüten die Kämpfe, und je später der Tag, desto mehr Krankenwagen kommen zurück gerast. Fällt Brega an Gaddafi’s Truppen, stehen sie morgen hier in Ajdabia. Die Rebellen holen anscheinend alle zur Verfügung stehenden Waffen, und wenn da nicht die Soldaten wären, die übergelaufen sind, sähe es nach einem reinen Amateurhaufen aus.

Die Luft ist schwer mit den Testläufen der Geschütze. Alles ein wenig improvisiert. Die Söldner auf Gaddafi’s Seite werden nicht anders aussehen.

In Brega wird es wahrscheinlich eine blutige Nacht. Die Krankenhäuser sind schon jetzt überfordert. Morgen geht es vielleicht dort hin; kommt darauf an, wie die Nachrichtenlage ist.

Auf dem Weg zurück über den Enthusiasmus nachgedacht, mit dem sie sich in den Kampf stürzen. Vielleicht weil sie so wenig zu verlieren, aber viel zu gewinnen haben?

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Ägyptens junge Revolutionäre

Kurzer Nachtrag aus der ägyptischen Revolution. Folgende Radioreportage haben meine Recherchen in Kairo ergeben.

Volksaufstände erschüttern die arabische Welt und bringen die alten Regimes zu Fall. Vielleicht ist es der Aufbruch in eine neue Zeit. Meist ist es die junge Bevölkerung, wie in Ägypten, die gut vernetzt und digital organisiert auf die Straße geht.

Die Bilder der Millionenproteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo gingen um die Welt, doch nun fängt die Arbeit erst richtig an, sagen viele der jungen Leute und beginnen, sich politisch zu organisieren, um sicherzustellen, dass der Aufstand nicht umsonst war.

Hier gehts zur Radioreportage auf Dradio Wissen.

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In Benghasi

Vor ein paar Tagen in Benghasi angekommen, Libyens zweitgrößte Stadt. Wie fast der ganze Osten in Händen der Oppositionellen. 1600 Kilometer von Kairo aus unterwegs gewesen. Land dünn besiedelt, auseinander fallende Häuser, Menschen, die für Gasflaschen anstehen. Ab und an ein Panzer, der Gaddafis Truppen abgenommen wurde. Zivile Patroullien auf den Straßen, abgebrannte Häuser.

In Benghasi haben die meisten Geschäfte immer noch zu. Im Zentrum Spuren des Kampfes um die Stadt zu sehen. Überall wehen die neuen alten libyschen Flaggen, die Menschen halten einem ständig das Victory-Zeichen ins Gesicht.

Viele haben sich aus Gaddafis Waffendepots bewaffnet, auf dem Platz in der Innenstadt versammeln sie sich jeden Abend und feiern ihre Freiheit, manche schießen mit ihren Knarren in die Luft, ein paar Kids fischen im Meer mit Dynamit.

Während ich an einer übernommen Hafenstation vorbeigelaufen bin, feuert einer der Oppositionellen Schüsse in die Luft. Als im dabei die Kalschnikow runterfällt, sehr schnell das Weite gesucht.

Lage ist ruhig hier. Die Kämpfe toben woanders. Benghasi war schon lange gegen Gaddafi, und der hatte andersrum kein Interesse am diesen Teil des Landes. Wahrscheinlich war es deswegen so einfach, die Regierungstruppen zurück zu schlagen. Vielleicht bleibt diese Stadt und der Osten frei, vielleicht aber schlägt Gaddafi zu einem anderen Zeitpunkt zurück, wenn er seine Macht in Tripolis konsolidiert hat. Seine Waffenarsenal ist immer noch dem der Rebellen weit überlegen, und falls er seine Luftwaffe los lässt, wird es grauenhaft.

Auch wenn so viele Ratten das sinkende Schiff verlassen, gibt es immer noch genügend, die die Befehle von Gaddafi ausführen. Er füht sich so sicher, dass er sogar auf einer Demo in Tripolis erschienen ist.

 

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